Baustelle 4.0 - Der Arbeitsplatz von morgen

Bei HAMM blicken die Entwickler nicht nur auf die nächste Maschinengeneration, sondern denken auch darüber nach, wie sich aktuelle Megatrends auf den Straßenbau allgemein und die Verdichtung im Besonderen auswirken. Dabei verfolgt der weltweit führende Walzenhersteller einen ganzheitlichen Ansatz und berücksichtigt Aspekte der "Hardware", also Trends in der Maschinentechnik, ebenso wie solche der "Software", wie z. B. Fragen rund um die Einbindung der Menschen in den Bauprozess der Zukunft. Auf der Bauma 2019 können die Besucher im Technology Center eintauchen in die "HAMM-Zukunft".

"Wie sieht die 'Baustelle 4.0' aus? Welche Mehrwerte kann HAMM als Walzenhersteller zu BIM beitragen? Welche maschinentechnischen Eigenschaften werden in 10, 20, 30 Jahren relevant sein? Und welche Ansprüche werden Mitarbeiter im Jahr 2030 an einen Arbeitsplatz im Straßenbau stellen? In der Auseinandersetzung mit derartigen Fragen entwickeln wir Visionen für den Straßenbau der Zukunft. Daraus generieren wir konkrete, neue Konzepte und Lösungen rund um unsere Kernkompetenz, das Verdichten" sagt Dr. Axel Römer, Leiter Forschung und Entwicklung bei HAMM. Im Technology Center können die Besucher auf der Bauma 2019 entdecken, welche Ansätze HAMM verfolgt. Gezeigt werden Beispiele für konkrete Lösungen von heute, Konzepte für die Maschinengenerationen von morgen und Studien zur Vision für übermorgen.

HAMM bietet schon heute Module für die Baustelle von morgen an. So optimieren vernetzte Systeme wie WITOS HCQ oder WITOS FleetView die Prozessplanung, die Verfügbarkeit der Maschinen und die Qualität bei Einbau und Verdichtung.

Die Baustelle von morgen

Digitalisierung, Elektromobilität und Globalisierung verändern unsere Welt schon jetzt in vielerlei Hinsicht. Trotzdem werden auch in Zukunft Walzen zur Verdichtung von Böden und Asphalt benötigt – allerdings mit steigenden Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit, die Präzision und die Transparenz der Prozesse. Diesen Trend hat HAMM früh erkannt und die Walzen mit zahlreichen Assistenzsystemen zur Unterstützung der Fahrer sowie für die Prozessdokumentation und Optimierung ausgerüstet.

Ein Beispiel ist die Einhaltung der Vorgaben für die Verdichtung durch den HCQ Navigator. Mit WITOS HCQ erweitert HAMM in diesem Bereich das Angebot. Das neue Modul ermöglicht, den Verdichtungsfortschritt zu verfolgen – in Echtzeit auch aus der Ferne. Damit können sich z. B. Bauleiter künftig jederzeit umfassend über den Baufortschritt informieren, ohne vor Ort sein zu müssen, können aus dem Büro Prozesse steuern und Entscheidungen auf der Basis qualifizierter Informationen treffen. Das wiederum führt zu Einsparungen bei Fahrtzeit und -kosten und ermöglicht Qualitätssteigerungen durch frühzeitige Reaktionen.

Potenzial für noch mehr Wirtschaftlichkeit sieht HAMM auch bei der Optimierung des Maschineneinsatzes durch WITOS FleetView. Es unterstützt bei Wartung und Diagnose, beschleunigt die Reaktionszeit bei Störungen und ermöglicht darüber hinaus gezielte Analysen des Betriebs- und Nutzerverhaltens. Letztlich erhöht sich durch regelmäßige Wartung und einen rechtzeitigen, kostenoptimierenden Ersatz von Verschleißteilen die Verfügbarkeit der Walzen. Gleichzeitig werden ungeplante Ausfälle, oft verbunden mit Transportkosten und Organisationsaufwand, vermieden.

Ein weiterer Ansatz von HAMM für künftiges Arbeiten ist ein ferngesteuerter Walzenzug, der bereits seit zwei Jahren in einem Steinbruch in Deutschland im Einsatz ist. Im Technology Center können sich die Besucher ein Bild von der Anwendung machen und erleben, was bereits heute möglich ist.

Denkt man das Konzept der Fernsteuerung weiter, gelangt man über sogenannte Schattenwalzen schnell zu autonom agierenden Walzen. HAMM hat sich dem Thema wissenschaftlich genähert und die Gedanken zum Thema gebündelt in Form der "Autonomen Walze F1" erstmals visualisiert. Dahinter steckt keine reale Maschine, sondern eine Studie zur Verdichtung der Zukunft. Sie zeigt, wie eine fahrerlose Walze mit alternativen Antriebskonzepten aussehen könnte und welche technischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten sich daraus für den Straßenbau ergeben können. Für diesen innovativen Blick in die Zukunft wurde HAMM Ende 2018 ausgezeichnet als "Best of Best" beim Automotive Brand Contest 2018 in der Kategorie "Commercial Vehicles". Dazu gesellte sich Anfang 2019 der „German Design Award 2019 in Gold“ in der Kategorie „Utility Vehicles“. Bei beiden Auszeichnungen handelt es sich um anerkannte Designpreise, verliehen von international besetzten Jurys aus der Automobil- bzw. Designwelt.

Der Arbeitsplatz von morgen

Durch die Weiterentwicklungen werden sich auch die Arbeitsplätze im Bereich der Verdichtung verändern. Dabei ist klar: Die gänzlich autonome Baustelle ohne Fahrer liegt noch in ferner Zukunft. Deshalb entwickelte HAMM in den vergangenen Jahren das Bedienkonzept Easy Drive für die aktuellen Generationen der Tandemwalzen, Walzenzüge und Gummiradwalzen. Damit ist es gelungen, die Bedienung der Walzen zu vereinfachen und zu vereinheitlichen. So hat HAMM die Ergonomie und den Komfort für die Bediener auf ein neues Niveau gehoben.

Diesen Weg verfolgt das Unternehmen auch künftig und stellt auf der Bauma 2019 ein neues Kabinenkonzept vor. Mit noch mehr Platz und Raum für individuelle Anpassung des Arbeitsplatzes werden die Arbeitsplätze in den Walzen der nächsten Generation noch einmal angenehmer und komfortabler sein als bisher schon.

Ein anderer Aspekt ist die Aufbereitung der Informationen für die Walzenfahrer. So arbeiten die Entwickler derzeit an alternativen Konzepten zur gebündelten Darstellung aller Maschinen- und Baustellendaten. Im Fokus steht dabei, die Fahrer klar und umfassend über die Maschine und den Verdichtungsprozess zu informieren, so dass sie den Status einfach und schnell erfassen und bewerten können. Damit steigt die Qualität der Verdichtung, während die körperliche Belastung sinkt.

Nachhaltig bauen

Dass der Megatrend "Umweltfreundlichkeit" auch bei den Walzen in Zukunft immer wichtiger wird, zeichnet sich heute schon ab. "Umwelt schonen und Kosten sparen geht oft Hand in Hand“, sagt Dr. Axel Römer. Das zeigen die jüngsten Lösungen von HAMM rund um das Thema Nachhaltigkeit im Technology Center: So sorgen die Power-Hybrid-Technologie, die Motor-Stopp Automatik und der Eco-Mode für einen reduzierten Kraftstoffverbrauch und damit für weniger Abgas- und Lärmemissionen. Eine der großen Aufgaben der Entwickler für die nächsten Jahre ist die Anpassung der Walzen an die Anforderungen der nächsten Abgasstufe (EU Stufe V). Dadurch werden die Walzen nochmals umweltfreundlicher.

Ergänzt wird das Angebot für eine nachhaltige Verdichtung schon heute durch verschiedene Technologien: So kann mit der Oszillationsverdichtung die Anzahl der Überfahrten reduziert werden. Ein anderes Beispiel für nachhaltiges Bauen ist der HCQ Navigator. Er hilft durch Prozessoptimierung, schneller und homogener zu verdichten, was letztlich Energie, Zeit und Kosten spart.

Nachdenken über die Baustellen der Zukunft: Mit Untersuchungen wie der Studie zur "Autonomen Walze F1" zeigt HAMM, wie sich die Verdichtung entwickeln kann.

Verdichtung weiter optimieren

In Summe unterstreichen die Exponate auf der Bauma 2019: HAMM bleibt sich selbst treu und bietet der Baubranche auch im kommenden Jahrzehnt innovative Lösungen rund um die Kernkompetenz Verdichtung. So zeigt HAMM als Neuentwicklung in München erstmals eine geteilte Oszillationsbandage. Diese patentierte Lösung vereint die Vorzüge der Oszillation mit denen einer geteilten Bandage.

"Wir werden als Trendsetter und Motor der Branche die Verdichtung auch in der Zukunft weiter vorantreiben und nachhaltig entwickeln – und zwar gleichermaßen für den Asphalt- und den Erdbau. In diesem Zusammenhang führen wir einen lebendigen Dialog mit unseren Kunden und stehen der Bauindustrie auch in Zukunft als Partner zur Seite", betont Dr. Stefan Klumpp, Vorstand Technik bei HAMM.

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