Technische Meilensteine in der HAMM-Historie

Seit 1878: Innovationsschmiede in Tirschenreuth

10 % der Mitarbeiter im Werk in Tirschenreuth arbeiten aktuell im Bereich Forschung und Entwicklung, denn wir streben danach, auch in Zukunft noch effizientere und wirtschaftlichere Walzen zu bauen. Die Lösungen und Systeme dafür entwickeln wir im eigenen Haus. Dabei bilden Erfahrung und ein tiefes Verständnis der Prozesse bei der Verdichtung den Nährboden, auf dem die Innovation gedeiht. Gute Beispiele sind die Verdichtung mit Oszillation, das Maschinenmanagement Hammtronic, das Mess- und Dokumentationssystem HCQ Navigator und der umweltfreundliche Power Hybrid Antrieb.

Doch auch in der Vergangeheit hat HAMM immer wieder entscheidende Impulse für die Verdichtung im Straßen- und Erdbau gesorgt, beginnend mit der ersten Straßenwalze der Welt im Jahre 1911:

1911: Von Landmaschinen zu Straßenwalzen

1911 präsentierte die Firma die erste Motorstraßenwalze der Welt. Weitere Aufträge für die innovativen Walzen folgten bald. Bereits vor 1911 hatten die Gebrüder Hamm Erfahrungen mit dem Bau von motorgetriebenen Maschinen gesammelt. Gebaut wurden Lokomobile, das sind motorgetriebene Maschinen, z.B. Pflüge oder Dreschmaschinen, die jedoch nicht eigenständig fahren konnten und gezogen werden mussten.

Diese Erfahrungen setzte Hans Hamm beim Bau seiner ersten Motorstraßenwalze ein. Sie sollte den bekannten Dampfwalzen deutlich überlegen sein. Der Erste Weltkrieg unterbrach die begonnene Erfolgsgeschichte zunächst. Nach Kriegsende zog das Geschäft aber wieder an.

Motorstraßenwalzen waren damals überaus innovativ – die meisten Kunden kannten nur die klassische Dampfwalze. Ab den 1920er Jahren setzten sich die HAMM-Motorstraßenwalzen immer weiter durch und wurden das zentrale Erfolgsprodukt von HAMM.

1932: Technisch die Nase vorn: Allradantrieb und Allradlenkung

Das Grundprinzip einer Straßenwalze ist denkbar einfach. Durch die gleichmäßige Auflast der Walze soll ein möglichst ebener Untergrund geformt werden. Alois Hamm entwickelte diese Idee 1932 weiter und entwarf die erste allradgetriebene und -gelenkte Tandemwalze der Welt.

Besonders die Fahrt mit versetzter Vorder- und Hinterachse erwies sich als überaus effektiv. Durch diesen sogenannten „Hundegang“ konnte die Fläche, die in einem Arbeitsgang bearbeitet wurde, um 50 % vergrößert werden.

Der endgültige Durchbruch gelang der allradgetriebenen und –gelenkten Tandemwalze aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Noch 1954 war diese bahnbrechende Erfindung auf der „bauma“ in München etwas Besonderes und alles andere als alltäglich im Straßenbau.

1963: Der nächste Entwicklungsschritt - die erste HAMM-Gummiradwalze

Der erste Prototyp der Gummiradwalzen GRW mit Allradantrieb und Allradlenkung wird gebaut. Federführend in diesem Projekt ist der jungen Ingenieur Hermann Feistenauer, der im Jahr zuvor zu HAMM gekommen ist und 42 Jahre lang die technischen Entwicklungen beim Walzenbau verantworten sollte.

1963, gut dreißig Jahre nachdem HAMM die Konkurrenz mit der allradgetriebenen und –gelenkten Tandemwalze überrascht hatte, entwickelte Hermann Feistenauer die erste HAMM-Gummiradwalze GRW. Zwar war sie nicht die erste ihrer Art, doch die Tirschenreuther GRW wies einige entscheidende Vorteile auf: Die Gummiradwalze war nicht nur mit Allradlenkung und Allradantrieb ausgestattet. Zudem verfügte sie über ein Hydrauliksystem, das in die Radaufhängung integriert war.

Das Zusammenspiel dieser Faktoren gestattete der Gummiradwalze stabilen und sicheren Einsatz auf für Walzen bisher schwierigem Terrain. Für Hermann Feistenauer war es die erste erfolgreiche Entwicklung für HAMM, doch es sollte nicht seine Einzige bleiben. Insgesamt 42 Jahre lang blieb er für die technische Entwicklung der HAMM-Walzen verantwortlich.

1983: Quantensprung beim Walzenbau: Die Oszillationstechnik

Neue, weiterentwickelte Spezialbeläge im Straßenbau erfordern eine zunehmend sensible Verdichtungsarbeit. Wieder antwortet HAMM als Erster auf die sich abzeichnenden, steigenden Anforderungen und führt bereits 1983 erste Feldversuche mit der revolutionären Oszillationstechnik durch.

Anders als bei der Vibration, die das Material durch vertikale Schwingungen verdichtet, bleibt bei der Oszillationsmethode die bewegte Bandage in dauerndem Bodenkontakt.

Die tangentialen Schubkräfte, die dabei in das zu verdichtende Material eingeleitet werden, führen zu eindeutig besseren Verdichtungsergebnisse bei gleichzeitiger Schonung von Mensch, Material und Umgebung.

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